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By Johann Chapoutot, Walther Fekl

Die nationalsozialistische Weltanschauung und ihre Grundlagen beschreibt Johann Chapoutots Buch in einer sprachlich faszinierenden, umfassenden Darstellung und examine. Fundiert beschreibt er, wie weltanschauliche Inhalte im NS-Staat umgesetzt, rechtlich fundiert und als Handlungsanleitung der Gewaltherrschaft im Krieg etabliert wurden.

Diese Ideen-und Ideologiegeschichte der NS-Zeit in den Jahren zwischen 1933 bis 1945 - mit Rückgriffen und -blicken bis ins ausgehende 19. Jahrhundert - fußt auf einem überwältigend breiten Quellenkorpus. Mittels unzähliger Zeugnisse von NS-Ideologen, Wissenschaftlern und Journalisten, eindrücklichen Propagandamaterialien, Reden, Korrespondenzen und vielem mehr erarbeitet Chapoutout die geistigen Grundlagen des ›Dritten Reichs‹. Großartig formuliert ist dies eine in dieser shape kaum zu erreichende Gesamtdarstellung des nationalsozialistischen Denkens.

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“Personhood”: An Examination of the History and Use of an Anthropological Concept

"A finished research of ways the idea that of personhood has been utilized by anthropologists and the way it's going to be utilized in the longer term. .. This ebook is a truly worthwhile contribution to the examine of the historical past of anthropological inspiration, in addition to a greatly necessary advisor for students and scholars who are looking to use the concept that of personhood analytically of their personal paintings.

Lebenswelt und Kultur des Bürgertums in der Frühen Neuzeit

Bernd Roeck hat seinen kompetenten Blick auf die Alltags- und Kulturgeschichte des frühneuzeitlichen Bürgertums auf den neuesten Stand der Forschung gebracht. Mit seiner ausführlichen, thematisch gegliederten Bibliographie gibt er einen ausgezeichneten Wegweiser durch ein hoch aktuelles Forschungsfeld.

The Era of the Individual: A Contribution to a History of Subjectivity

With the booklet of French Philosophy of the Sixties, Alain Renaut and Luc Ferry in 1985 introduced their well-known critique opposed to canonical figures akin to Foucault, Derrida, and Lacan, bringing below rigorous scrutiny the full post-structuralist venture that had ruled Western highbrow existence for over 20 years.

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Diese wird im Jahr 1961 von der Hamburger Ärztekammer bestätigt, die sich nach der Veröffentlichung von Artikeln im Spiegel mit dem Fall befasst. Ein paar Jahre später gibt der Professor für Kinderheilkunde Werner Catel dem gleichen Magazin ein langes Interview. Der ehemalige Experte für die Operation T4 im gesamten Reichsgebiet – und als solcher verantwortlich für die Ermordung kranker Kinder – wischt jeden Vorwurf beiseite und plädiert wie eh und je für die Einrichtung von Kommissionen, bestehend aus Medizinern, Müttern, Juristen und Theologen, die über die Beseitigung unheilbar kranker Kinder entscheiden sollen.

Zwar mag es Verrückte in den Reihen der Nazis gegeben haben, doch kaum mehr als in jeder anderen Gruppe. Damit unterstehen annähernd alle Theoretiker und Akteure des Dritten Reichs weiterhin dem Schiedsspruch der Historiker. Die Erklärung mit Hilfe des Begriffs Barbarei ist besonders verführerisch, weil sie mit einer hochwirksamen Dialektik operiert. Ihr zufolge stellt in der Mitte des 20. Jahrhunderts, mitten in einem Europa, das sich zunehmend zivilisiert in einem Prozess, wie er von der Aufklärung bis hin zu Norbert Elias beschrieben wurde, ein Land eine Ausnahme von dieser Regel dar: Deutschland, das am meisten alphabetisierte Land Europas, die Heimat so zahlreicher Nobelpreisträger, begeht entsetzliche Verbrechen.

Sie selbst halten hartnäckig an ihrer Argumentation fest. Die lange Reihe der „Nicht schuldig“-Behauptungen zu Beginn des ersten Nürnberger Prozesses ist wohl unter diesem Aspekt neu zu betrachten. Auf die Frage des Gerichts, ob sie sich als „schuldig“ oder „nicht schuldig“ betrachteten, antworteten ja alle Angeklagten verneinend. Diese lange Sequenz ist weithin bekannt und löst mit ihrem Zynismus bei jedem heutigen Betrachter unweigerlich Empörung und Zorn aus. Jeder Geschichtsinteressierte ist fassungslos angesichts der Erklärungen Eichmanns, der noch unmittelbar vor seiner Hinrichtung bestreitet, jemals unrecht gehandelt zu haben.

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